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Aufbauschneide 

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Eine Aufbauschneide ist eine schichtförmige Ablagerung des bearbeiteten Materials auf der Spanfläche des Werkzeuges. Sie verfestigt sich infolge plastischer Verformung (Preßschweißung). Die Aufbauschneide ist in der Lage, die Funktion der eigentlichen Werkzeugschneide zu übernehmen (Bild).

Für die Bearbeitung der meisten Materialien gilt, daß die Aufbauschneidenbildung instabil verläuft. Es erfolgt ein periodischer Auf- und Abbau der Aufbauschneide.  Der Abbau kann sowohl durch das Abwandern einzelner Materialschichten bzw. -teilchen über die Span- und Freifläche des Werkzeuges, als auch durch ein komplettes Ablösen der gesamten Aufbauschneide von statten gehen.

Je nach Festigkeit der Bindung zwischen Schneidstoff und Aufbauschneide kann das Ablösen entweder entlang der Grenzschicht oder aber sogar innerhalb des Schneidstoffes erfolgen. Hierbei kommt es zu Schneidstoffausbröckelungen, die den Werkzeugverschleiß beschleunigen. Das Abwandern von Aufbauschneidenteilchen über die Freifläche kann darüber hinaus den Freiflächenverschleiß steigern.

Üblicherweise vermindern Aufbauschneiden das Tiefbohrergebnis. Es kommt zu einer Verschlechterung der Oberflächenrauheit am Werkstück und zu Maßabweichungen.

Aufbauschneiden entstehen bevorzugt im Bereich niedriger Schnittgeschwindigkeiten. Sie treten bei der Bearbeitung der Mehrzahl aller metallischer Werkstoffe auf.

 

Werkstück

abgewandertes Material

Schneidkeil

abgewandertes Material

aufgebautes Material

Aufbauschneide