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Bei Tiefbohrwerkzeugen kommt es sowohl an der/den Schneide/n als auch an den Führungsleisten zu Verschleiß. Er wird durch den Kontakt und die Relativbewegung zwischen Schneide/Führungsleiste und Werkstück verursacht. Dabei bilden der Kühlschmierstoff (KSS) und ggf. Partikel z.B. Spanbruchstücke den Zwischenstoff.
Hier werden wesentliche Verschleißformen vorgestellt und Ursachen und mögliche Abhilfe beschrieben.
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Freiflächenverschleiß Gleichmässige Abnutzung des
Materiales an der Freifläche u.a. durch sog Gleitverschleiß.
Reduzierung durch geeigneteren Schneidstoff, ggf. durch geringere Schnittgeschwindigkeit oder durch Einsatz von geeigneterem
Kühlschmierstoff (KSS).
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Kerbverschleiß (Rechts an der Rundschliffase) Entsteht in Zonen, in denen die Schneide mit gehärteten Bereichen der Werkstückoberfläche in Kontakt tritt (s.Bildung der Bohrungsoberfläche).
Reduzierung durch rechtzeitigen Wechsel der Führungsleisten, oder durch Einsatz von Führungsleisten mit verrundeten Einlauffasen.
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Kolkverschleiß Entsteht in Zonen, in denen der Span auf der Spanfläche gleitet.
Reduzierung durch angepasste Spanformergeometrie, ggf. geeigneteren, beschichteten Schneidstoff und KSS einsetzen.
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Kammrisse Entsteht in Zonen, in denen das
Schneidenmaterial wechselnden Belastungen, insbesondere Wärmewechselbelastungen ausgesetzt ist.
Reduzierung durch geeigneteren, ggf. beschichteten Schneidstoff, ggf. geeigneteren KSS wählen.
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Kantenausbrüche Entstehen bei ungeeignetem
Schneidenmaterial, häufiger aber durch ungünstige Bedingungen beim An- oder Ausbohren (Schlagen) sowie in Zonen, in denen der Späneablauf behindert ist (z.B. im Zentrum).
Reduzierung durch geeigneteren zäheren Schneidstoff, An- und Ausbohrbedingungen kontrollieren.
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Plattenbruch Entsteht vorzugsweise bei Fehlern an
Werkzeug oder Maschine oder bei zu großem allgem. Schneidenverschleiß sowie bei großen Kerben.
Reduzierung durch Fehlerbeseitigung an Maschine und Werkzeug oder durch Einführen einer geeigneten Verschleißzustandsüberwachung. Ggf.
Schnittparameter anpassen, geeignetere Schneidengeometrie und/oder besseren Schneidstoff wählen.
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Realer Verschleiß an der BTA-Aussenschneide Überlagerung aller Verschleissformen
REM Aufnahmen: Bruchhaus (ISF)
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Normaler Verschleiß an der Leistenoberfläche und der Stirnfase Gleichmässige Abnutzung des Materiales v.a. durch Gleitverschleiß.
Reduzierung durch geeigneteren Leistenwerkstoff, ggf. durch geringere Schnittgeschwindigkeit oder durch Einsatz von geeigneterem
Kühlschmierstoff (KSS). Generell zu empfehlen: Oberfläche und Leistenfase polieren, den Übergang abrunden.
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Oberflächenzerrüttung, verstärkter Materialabtrag an der Leistenoberfläche Zusammenspiel mehrerer Verschleißmechanismen, Zerstörung des Zusammenhalts im Leistenmaterial, Ausbrüche, Werkstückstoffeinlagerungen mit
anschließendem Herausreissen von Material, Rissbildung.
Reduzierung durch geeigneteren Leistenwerkstoff, Schwingungen des Prozesses vermeiden, ggf. Schnittparameter reduzieren und geeigneteren
Kühlschmierstoff (KSS) einsetzen.
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Kammrisse Entsteht in Zonen, in denen das
Leistenmaterial wechselnden Belastungen, auch Wärmewechselbelastungen ausgesetzt ist.
Reduzierung durch geeigneteren, ggf. beschichteten Leistenwerkstoff (möglichst polieren), ggf. geeigneteren KSS wählen.
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Deutlicher Materialabtrag mit Durchmesserverringerung an der Einlauffase an der Stirnseite Entsteht v.a. bei zu grossem Schneidenverschleiß, Stirnseite der Stützleiste ist am Zerspanungsprozess beteiligt. Extremer Verschleißzuwachs mit
Bruchgefahr für Schneide und Führungsleiste.
Schneide und Stützleisten auswechseln, Standzeitkriterien überdenken, ggf. am Werkzeug (Aussen-) Schneiden- und Leistenposition
überprüfen. Schnittparameter, Schneidstoff und ggf. KSS überprüfen.
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Kantenausbrüche Entstehen bei ungeeignetem oder
vorgeschädigtem Führungsleisten- material, häufiger aber durch ungünstige Bedingungen beim An- oder Ausbohren (Schlagen) oder beim Einführen des Werkzeugs in die Bohrbuchse.
Reduzierung durch geeigneteren zäheren Schneidstoff. Einführ-, An- und Ausbohrbedingungen kontrollieren.
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Plattenbruch Entsteht vorzugsweise bei Fehlern an
Werkzeug oder Maschine oder bei zu großem allgem. Schneidenverschleiß.
Reduzierung durch Fehlerbeseitigung an Maschine und Werkzeug oder durch Einführen einer geeigneten Verschleißzustandüberwachung.
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